Kategorie: Berlin, Kultur
Eröffnung des "Winterquartiers der Zierfische"
Ich mag Buchstaben - wie man unschwer am Design meiner Webseite und an meiner Berufswahl erkennen kann. Da versteht es sich von selbst, dass ich heute auf der Eröffnung der Sonderausstellung des Buchstabenmuseums "Winterquartier der Zierfische" war.
Als 2009 das Aquaristikgeschäft Zierfische am Frankfurter Tor in Berlin-Friedrichshain nach 52 Jahren geschlossen wurde, war das auch das Ende seiner stadtbildprägenden Leuchtreklame. Den einzigartigen Schriftzug und die bunt leuchtenden Fische, die an der Hauswand des Geschäfts prangten, hatten viele Anwohner in ihr Herz geschlossen. Durch eine Spendenaktion des Buchstabenmuseums konnte die Leuchtreklame gerade noch rechtzeitig gerettet werden. Denn nur ein Tag bevor die Zierfische-Reklame demontiert und von der Inhaberin Gabriele Bartelt dem Buchstabenmuseum übergeben werden sollte, machten sich Diebe ans Werk und versuchten den Schriftzug zu stehlen. Der Diebstahl scheiterte jedoch, weil die Leiter zu kurz war, um die Buchstaben abzuschrauben.
20 Monate lang verwahrte das Buchstabenmuseum die wunderschöne Leuchtreklame und präsentiert sie jetzt erstmals wieder der Öffentlichkeit im Rahmen der Sonderausstellung "Winterquartier der Zierfische" in der Karl-Marx-Allee.

Leuchtreklame "Zierfische" in der Sonderausstellung "Winterquartier der Zierfische"

Leuchtreklame "Zierfische" in der Sonderausstellung "Winterquartier der Zierfische"
Der Schöpfer der Zierfische ist der pensionierte Schildermacher Manfred Gensicke, der nicht nur für das Aquaristikgeschäft, sondern auch für viele andere Berliner Geschäfte mit seiner persönlichen Handschrift ganz besondere Leuchtreklamen entwarf. Darunter auch der Blumenladen in der Straße der Pariser Kommune:

Leuchtreklame Blumenladen, Straße der Pariser Kommune, Berlin-Friedrichshain
Wer die Sonderausstellung "Winterquartier der Zierfische" besucht, sollte sich die Zeit nehmen für einen Spaziergang entlang der Karl-Marx-Allee. Hier gibt es noch viele andere schöne Leuchtreklamen:

Leuchtreklame Café Moskau, Karl-Marx-Allee, Berlin-Mitte

Leuchtreklame Fleischwaren-Geschäft, Karl-Marx-Allee, Berlin-Friedrichshain

Café Sibylle, Karl-Marx-Allee, Berlin-Friedrichshain
Das Buchstabenmuseum hat sich der Bewahrung solcher handwerklich hochwertigen Schriftzüge verschrieben und will die "ganz eigene typografische, stadthistorische oder emotionale Geschichte" der gesammelten typografischen Exponate in einem geplanten Museum erzählen. Im Schaudepot in der Karl-Liebknecht-Straße 13 in Berlin-Mitte zeigt das Buchstabenmuseum schon jetzt eine Sammlung unterschiedlichster Buchstaben, die von ehemaligen Leuchtreklamen stammen.
Öffnungszeiten:
Sonderausstellung "Winterquartier der Zierfische" vom 29.01. bis 26.03.2011
Karl-Marx-Alle 85
samstags von 16 bis 20 Uhr
Eintritt: frei (um Spenden wird gebeten)
Buchstabenmuseum e.V. Schaudepot
Karl-Liebknecht-Straße 13, Berlin Carré, 1.OG
Donnerstag bis Samstag von 13 bis 15 Uhr
Eintritt: 2,50 Euro
Webseite: www.buchstabenmuseum.de
